Ortsgemeinde Kenn

Fährt man heute über die A 602 an Kenn vorbei, wird der Blick auf den idyllisch gelegenen Ort durch das direkt an der Autobahn angesiedelte Gewerbegebiet weitgehendst verdeckt. Das ist eigentlich schade, bietet der 2.700 Seelen-Ort einiges, damit die Bürger­innen und Bürger sich wohl fühlen können in ihrer Gemeinde.

So wird kontinuierlich seit Jahren die Sanierung des Altortbereiches fortgeführt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade hier in den letzten Jahren durch die Ansiedlung von Boutiquen und der Erweiterung und Verbesserung des gastronomischen Angebotes eine Belebung des Ortskerns erfolgte.

Zentraler Mittelpunkt ist der Römerplatz, in dessen unmittelbarer Nähe man eine Metzgerei, die Post, eine Boutique und Gasthäuser antrifft. Hier findet man auch Hinweise auf die lange Geschichte der Ortsgemeinde. Eine 1844 gefundene römische Quellnymphe aus der Zeit um 150 nach Christus und ein 1988 freigelegter Raum aus der Römerzeit sind sichtbare Zeichen dafür. Ebenfalls findet man in unmittelbarer Nähe das Heimatmuseum. In dem restaurierten, 1764 errichteten Gebäude, werden die Lebens- und Wohnverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wieder lebendig. Die Einrichtungsgegenstände wurden alle liebevoll zusammengetragen und geben ein nahezu authentisches Bild. Es wirkt fast, als ob die Bewohner nur kurz weggegangen seien. Die Truhen sind voller Leinenwäsche, die Küche ist neben vielem anderen mit einem alten Kohleherd und Butterfass ausgestattet. In der Scheune sind die handwerklichen Großgeräte aufbewahrt. Neben landwirtschaftlichen Gegenständen findet man hier auch vieles aus dem Bereich des Weinbaues, darunter die vollständige Werkzeugausstattung eines Küfers.

Die Ortsgemeinde selbst lebt von der Vielfältigkeit ihrer Vereine. In insgesamt 18 Vereinen und Interessengemeinschaften können die Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde ihre Freizeit gestalten. Hervorzuheben sind hier sicherlich die kulturtragenden Vereine, deren gemeinsamen Auftritte weit über die Ortsgrenze hinaus Anklang finden.

Ein solch reges Vereinsleben führt zwangsläufig dazu, dass in der Ortsgemeinde viele Feste gefeiert werden. Während von Oktober bis März die Familienabende oder auch die Veranstaltungen des Karnevalclubs stattfinden, beginnt ab 30. April die Freiluftsaison. Neben diversen kleineren Veranstaltungen sind hier zu nennen:

·      das Maifest mit dem Tanz in den Mai

·      der Weinmarkt der Kenner Winzer

·      das Weinhöfefest

·      die Kenner Dick-Bohnen-Kirmes

·      das Schlachtfest der Feuerwehr

·      der Oldieabend der AH TuS Kenn

·      und sicherlich auch das Pfarrfest der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta Kenn

Seit Juni 1997 hat die Kenner Jugend ihr eigenes Domizil. Der in Eigenregie der Jugendgruppe Kenn gestaltete Jugendraum ist täglich Anlaufpunkt und Jugendtreff für die örtlichen Jugendlichen. In Eigenverantwortung findet hier Freizeitgestaltung von Jugendlichen für Jugendliche statt.

Weiterhin bietet die Ortsgemeinde für den Freizeitbereich die weit bekannte Bernhard-Becker-Freizeitanlage; ein wahres Paradies für Kleinkinder. Ein großer Abenteuerspielplatz, Kleinkinderbereich, Rollschuhbahn (im Winter auch als Schlittschuhbahn geeignet), Basketballanlage und Bolzplatz bieten Kindern in allen Altersgruppen vielfältige Spielmöglichkeiten. Auch die herrlich gelegene Sportplatzanlage mit Laufbahn und Beachvolleyballfeld sowie dem Tenniscenter Kenn mit seinen 6 Außen- und 6 Hallenplätzen stehen zur Verfügung. Spaziergänger finden in den nahegelegenen Wäldern und Feldern ihre Erholung.

Für die Weiterentwicklung des Ortes hat die Gemeinde vorgesorgt. Derzeit befindet sich ein Baugebiet mit über 100 Baustellen kurz vor Fertigstellung der Erschließungsstraßen. Der Kindergarten sowie die in Trägerschaft der Ortsgemeinde Kenn befindliche Grundschule bieten beste Voraussetzungen für junge Familien.

Der Örtliche Einzelhandel sorgt mit seinem reichhaltigen Angebot für kurze Wege. Darüber hinaus ist die Gemeinde durch die Autobahn sowohl an das Mittelzentrum Schweich als auch an das Oberzentrum Trier bestens angebunden. Eine weitere Verbesserung wird hier mit der Umsetzung des Nahverkehrsplanes erwartet. Ebenfalls günstig ist die Anbindung nach Luxemburg, so dass in den letzten Jahren vermehrt Pendler ihren Wohnsitz in Kenn einrichten.

Die schon eingangs erwähnten Betriebe in den Gewerbegebieten sorgen nicht nur für eine stabile Finanzlage in der Ortsgemeinde, sondern bieten darüber hinaus vielen Menschen einen Arbeitsplatz.

Für die Zukunft hat sich die Ortsgemeinde viel vorgenommen. Die Weiterführung des innerörtlichen Ausbaues von Straßen und Plätzen wird die Wohn- und Lebensqualität der Ortsgemeinde weiterhin verbessern.

In den letzten Jahren war die Entwicklung der Ortsgemeinde Kenn geprägt durch die Erschließung des Neubaugebietes Reihstraße – Schweicher Straße. Dieses Baugebiet mit 107 Bauparzellen ist aufgrund der relativ kleinen Grundfläche der Ortsgemeinde im Zusammenhang mit Erkenntnissen der letzten Jahre (z.B. Hochwasserschutz) vielleicht das letzte große Baugebiet der Ortsgemeinde. Es wird dazu beitragen, daß sich die Einwohnerzahl der Gemeinde weiter erhöhen wird.

Ziel ist es, den Wohn- und Lebenswert der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zu verbessern. Hierzu zählen der in den letzten Jahren weitergeführte Ausbau der innerörtlichen Straßen (Hauptstraße, Neustraße, Schweicher Straße, Im Vogelskopf), die bessere Anbindung des Einkaufszentrums durch neu erstellte Straßenanbindung, die Sanierung der großen Sportanlage und der Umbau der Schulsporthalle in eine Mehrzweckhalle.

Darüber hinaus wird durch neue Formen von Veranstaltungen dafür gesorgt, daß die Ortsgemeinde sich präsentieren kann. So ist die Rieslingweinprobe erfolgreich durch einen Weinmarkt, bei dem die einheimischen Winzer ihre Produkte vorstellen können, abgelöst worden. Der 1998 von den Gewerbetreibenden und der Ortsgemeinde Kenn gemeinsam initiierte Maimarkt findet großen Anklang.

Langwierig gestaltet sich die abschließenden Maßnahmen bezüglich der Bebauungspläne der Gewerbegebiete. Zur Deckung von fehlenden Ausgleichsflächen wurden hier seitens der Ortsgemeinde bereits Flächen für ein zukünftiges Ökokonto benannt. Die Umsetzung kann jedoch erst mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes erfolgen.

Im Rahmen der Neugestaltung des ÖPNV hat die Gemeinde eine Verbesserung der Busanbindung in Ruwer beantragt. Mit dem Ausbau des Radweges Trier-Ruwer nach Kenn hat die Ortsgemeinde die Radwegführung innerhalb der Ortslage neu gestaltet.

 

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